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Familienunternehmen: Vorteile von familiengeführten Unternehmen

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Das Image von deutschen Familienunternehmen könnte nicht besser sein: Solide, innovativ, mitarbeiterorientiert. Das Institut für Mittelstandsforschung hat sich mit den Fragen beschäftigt, ob die positiven Merkmale von Familienunternehmen bei den globalen Herausforderungen zu halten sind und ob die zunehmende Größe nicht automatisch zur Anpassung an rein managergeführte Unternehmen führt. Die letzte Frage wird in der Forschung oft mit „Ja“ beantwortet, da Familienunternehmen langfristig nur überleben könnten, wenn die Geschäftsleitung an Fremdmanager übertragen wurde. Nur dann wären die Anwendung moderner Unternehmensstrategien und die optimale Leitung der Geschäfte durch qualifizierte Führungskräfte sichergestellt.

Höhere Rentabilität von familiengeführten Unternehmen
Tatsache ist, dass die Rentabilität von großen familiengeführten Unternehmen, bei denen Familienmitglieder in der Geschäftsführung sind, höher ist als die von managergeführten Unternehmen. Die konjunkturelle Lage ist hierbei egal, wie eine Studie zeigt. Dafür wurden Bilanzdaten großer Familienunternehmen mit denen großer managergeführter Unternehmen zwischen 2008 und 2012 verglichen. Groß bedeutete in diesem Fall ein Jahresumsatz von mindestens 50 Millionen Euro, Familienunternehmen, dass sich mindestens 50 Prozent im Besitz von maximal zwei Familien befinden.

Rentabilität und höheres Mitarbeiterwachstum für Familienunternehmen
Die großen Familienunternehmen konnten trotz der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise in 2008/09 und der folgenden Staatsschuldenkrise in Europa nicht nur über den Gesamtzeitraum eine besser Rendite erzielen als die managergeführten Unternehmen, sondern auch in jedem Jahr. Offenbar ist die Rentabilität von Familienunternehmen unabhängig von der konjunkturellen Lage insgesamt höher. Zugleich ist der Personalbestand im Gesamtzeitraum stärker gewachsen.

Kaum Kontrollmöglichkeiten bei managergeführten Unternehmen für Eigentümer
In managergeführten Unternehmen kann es immer sein, dass angestellte Geschäftsführer oder Vorstände auf Basis ihres Wissensvorsprungs gezielt eigene Ziele verfolgen oder sich gegenüber Stakeholdern opportunistisch verhalten, was aufgrund mangelnder Kontrollmöglichkeiten nur schwer durch Eigentümer oder Aktionäre zu verhindern ist. Ihnen bleibt nur, die angestellten Manager mithilfe von Maßnahmen wie der Vergütung zu einem angemessenen Führungs- und Informationsverhalten zu bringen. Diese Maßnahmen verursachen allerdings Kosten, die in Familienunternehmen, in denen Familienmitglieder in der Geschäftsführung sind, nicht oder kaum anfallen.

Familienunternehmen folgen nicht nur rein ökonomischen Kalkülen
Die Studie zeigt auch, dass für die Eigentümer der Familienunternehmen gerade in volkswirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht nur rein ökonomische Aspekte Priorität haben, auch wenn das für eine gewisse Zeit zu Nachteilen führt. Im Krisenjahr 2009 haben sie trotz des höheren Umsatzeinbruchs zu Lasten ihrer Gewinne nur im selben Maß wie große Nichtfamilienunternehmen Personal abgebaut. Dies war ein besonderer Beitrag zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes.

Schnellere Auftragsabarbeitung während Konjunkturerholung
Die Entscheidung, das Personal weitgehend zu behalten, kam den großen Familienunternehmen zugute, denn während der Konjunkturerholung konnten die wachsenden Auftragseingänge schnell abgearbeitet werden. So waren die Unternehmen schnell wieder auf Erfolgskurs und generierten in 2010 und 2011 höhere Umsätze als die großen managergeführten Unternehmen.

Quelle: Artikel des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn im Handelsblatt

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