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SEPA-Umstellung: Unternehmen, Behörden und Vereine hinken hinterher

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SEPA tritt bald in Kraft, aber die meisten Unternehmen, Behörden und Vereine hinken bei der Umstellung auf SEPA hinterher. Erst ein Drittel der Unternehmen überweist bereits im SEPA-Format, jede fünfte Organisation hat bisher nur vage Vorstellungen von den Folgen des Gesetzes. Rund 30 Prozent wollen erst zum Stichtag 1. Februar 2014 nur noch die neue Überweisungsform nutzen. Das zeigte die aktuelle „Bestandsaufnahme zur SEPA-Migration in Deutschland“ des Forschungsinstituts ibi research mit dem BITKOM. Eine verspätete Umstellung auf SEPA kann existentielle Folgen haben, vielen Unternehmen droht ab Februar 2014 die Zahlungsunfähigkeit. 27 Prozent der Unternehmen erklärten, dass sie bei fehlenden Lastschrifteingängen innerhalb von fünf Tagen Liquiditätsprobleme bekommen.

Verantwortung für SEPA-Projekt sollte höchste Management-Ebene übernehmen
Ab dem 1. Februar 2014 sind Überweisung und Lastschriften immer im neuen SEPA-Format abzuwickeln. Banken dürfen Transaktionen im alten Format nicht mehr ausführen. Die Umstellung betrifft alle Abteilungen eines Unternehmen, die mit bargeldlosem Zahlungsverkehr zu tun haben: IT, Buchhaltung, Vertrieb, Einkauf oder die Personalabteilung. Die Verantwortung für das SEPA-Projekt sollte bei der höchsten Management-Ebene liegen. Für viele Unternehmen ist die SEPA-Umstellung so komplex wie das Jahr-2000-Problem oder die Euro-Einführung.

Lastschrift bei Online-Einkäufen wegen SEPA abschaffen?
Insbesondere die beliebte und preiswerte Lastschrift bei Online-Einkäufe ist durch SEPA in Gefahr wegen des so genannten Online-Mandats. Das ist der Nachweis für den Betreiber eines Online-Shops, dass er das Geld abbuchen darf. Ein solches Mandat muss ab dem 1. Februar 2014 in schriftlicher Form vorliegen. Die deutschen Banken haben die SEPA-Anforderungen bisher besonders strikt ausgelegt, was einen hohen Mehraufwand für Kunden und Shopbetreiber bedeuten würde. Deshalb will jeder zehnte Online-Händler die Lastschrift als mögliche Bezahlart in seinem Webshop abschaffen.

Online-Mandate sollen in bisheriger Form auf künftig akzeptiert werden
Der deutsche Gesetzgeber hat von der Bankenwirtschaft gefordert, Lastschriften beim E-Commerce weiterhin zu ermöglichen. In der SEPA-Ratssitzung am 21.08.2013 haben Bundesbank und Bundesfinanzministerium auf die künftige Akzeptanz der Online-Mandate in ihrer bisherigen Form gedrängt.

Quelle: http://www.bitkom.org/de/presse/8477_77203.aspx

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