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Finanz- und Wirtschaftskrise wirkt sich negativ auf Private Equity-Markt aus

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Der deutsche Private Equity-Markt wurde auch im zweiten Quartal 2009 negativ von der Finanz- und Wirtschaftskrise beeinflusst. Die Investitionen in Höhe von 280 Millionen Euro lagen fast 90 Prozent unter dem Vorjahreswert. Während die Frühphasen-Investitionen im ersten Quartal noch recht stabil waren, sind sie jetzt ebenso wie die Later stage- und Wachstumsfinanzierungen stark gesunken. Die Buy-Out-Investitionen hingegen sind auf niedrigem Niveau leicht gestiegen. Das zeigt die Statistik für den deutschen Private Equity-Markt des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK). Im zweiten Halbjahr sollen die Investitionen jedoch steigen.

Mehr Investitionen vom Deutschland ins Ausland als vom Ausland in deutsche Unternehmen
Gegenüber dem Vorquartal (323 Millionen Euro) sind die Investitionen gesunken, auch die Zahl der finanzierten Unternehmen sank von 310 auf 298. Im Vorjahr waren es 490 Unternehmen, die mit 2.293 Millionen Euro finanziert wurden. Die deutschen Beteiligungsgesellschaften haben mehr im Ausland investiert als ausländische Gesellschaften in Deutschland. 186 Millionen Euro der Investitionen kamen von deutschen Gesellschaften, 94 Millionen Euro von ausländischen. Dafür flossen 107 Millionen Euro von deutschen Beteiligungsgesellschaften an ausländische Unternehmen. Die Venture Capital-Investitionen sind von 151 auf 103 Millionen Euro zurückgegangen, die Wachstumsfinanzierungen von 77 auf 50 Millionen Euro. Die Buy-Out-Investitionen bleiben auf dem niedrigen Niveau, sind im zweiten Quartal aber leicht von 72 auf 82 Millionen Euro angestiegen. Während die Zahl der Buy-outs und der Start-ups zurückging, blieb die Zahl in den anderen Bereichen konstant oder stieg leicht an.

Verluste in allen Marktsegmenten
Die Investitionen in Deutschland im ersten Halbjahr 2009 lagen bei 602 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 4.036 Millionen Euro. Die Venture Capital-Investitionen sanken fast um die Hälfte auf 255 Millionen Euro. Wachstumsfinanzierungen sanken von 615 auf 127 Millionen Euro und Buy-Out-Investitionen von 2.755 auf 155 Millionen Euro.

Transaktionen durch Zurückhaltung der Banken schwierig
Die Investitionstätigkeit der Beteiligungsgesellschaften werden durch die unterschiedlichen Bewertungsvorstellung auf Käufer- und Verkäuferseite und durch die Zurückhaltung der Bankenbei der Kreditvergabe zur Transaktionsfinanzierung behindert. Zwar haben die Beteiligungsgesellschaften zusammen genügend Eigenkapital in ihren Fonds, aber sogar kleine und mittlere Transaktionen sind aufgrund der Zurückhaltung der Banken sehr schwierig. Die Prioritäten der Beteiligungsgesellschaft haben sich im Bereich Venture Capital aufgrund der anhaltenden konjunkturellen Schwäche offenbar zu Ungunsten von Neuengagements in Richtung Zukunftssicherung bestehender Beteiligung verschoben.

Große Finanzierungen fehlen
Es fehlen große Finanzierungen, insbesondere in den Bereichen Buy-Out und Wachstumsfinanzierungen. Im zweiten und dritten Quartal wurden einige Transaktionen angekündigt, sodass es Hoffnung auf ein höheres Investitionsniveau im zweiten Halbjahr gibt. Allerdings wird sich der Markt in diesem Jahr ohne eine grundlegende konjunkturelle Wende nicht mehr erholen.

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