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Deutschland bei Nutzung von E-Government nur mittelmäßig

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Einer Studie der Strategie- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton zufolge, hinkt Deutschland entgegen der Ambitionen der Politik bei der Nutzung von E-Government hinterher. 71 Prozent der Deutschen kennen die Internet-Angebote der Behörden entweder nur vom Hörensagen oder gar nicht. Nur fünf Prozent der Bürger nehmen die Möglichkeit ihre Verwaltungsangelegenheiten, wie die Einkommensteuererklärung, die KFZ-Zulassung oder die Arbeitssuche, online zu erledigen, wahr. Damit bewegt sich Deutschland im internationalen Mittelfeld.

Internetaffine Altersgruppe will mehr Online-Angebote
Die Altersgruppe der 14- bis 39-jährigen, die als internetaffin gelten, möchte das Internet noch stärker für Behördenkontakte nutzen können, mehr als 20 Prozent wünschen sich mehr Online-Angebote. Der Hauptgrund, der gegen die Online-Nutzung von Behörden-Angeboten spricht, ist die Angst vor mangelnder Sicherheit. Dies gaben ein Drittel der Befragten an. Die Komplexität oder ein Mangel an Nutzerfreundlichkeit sind hingegen keine Hinderungsgründe.

Deutschland im internationalen Vergleich nur Durchschnitt
Im Jahr 2007 hatte Deutschland im Ländervergleich der EU-Kommission bezüglich der Reife des Online-Nutzwertes nur einen mittelmäßigen Platz. Im Jahr 2008 steht Deutschland im E-Governance-Index der UN nur auf Platz 22.

Nutzer muss bei Anwendungen stärker in den Fokus gerückt werden
E-Government ist in Deutschland noch stark ausbaufähig, was vor allem daran liegt, dass der Anwender bei den Online-Angeboten noch zu wenig in den Fokus gerückt wird. Außerdem fehlt es noch an einheitlichen gesetzlichen Standards.

Zehn Punkte notwendig, um Nutzen des E-Governments voll ausschöpfen zu können
Besonders wichtig, damit E-Government in Deutschland sein volles Potenzial entfalten kann, ist zum einen die verstärkte Konzentration auf den Nutzenaspekt für den Nutzer und zum anderen ein Kommunikationskonzept, das sich insbesondere auf die IT-Sicherheit konzentriert. Außerdem müssen Bund, Länder und Kommunen stärker zusammenarbeiten.

Fazit
E-Government bleibt in Deutschland weit hinter den Möglichkeiten zurück. Der Großteil der Bevölkerung weiß nicht einmal, dass die Behörden auch Online-Angebote haben. Im internationalen Vergleich ist Deutschland nur Durchschnitt, was vor allem daran liegt, dass der Nutzer bei den Angeboten noch nicht genug in den Mittelpunkt gestellt wird.

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