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Medienunternehmen: Originäre digitale Inhalte statt angepasste Produkte im Internet

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Bei Medienunternehmen muss ein radikales Umdenken weg von der Anpassung der bisherigen Produkte ans Internet hin zu originären digitalen Inhalten stattfinden. Das zeigt die Studie "Generation Hashtag ascendant: Think native digital first" von Bain & Company. Schon die Hälfte der Medienkonsumenten bevorzugt Inhalte, die exklusiv digital konzipiert und angeboten werden, vorzugsweise über mobile Geräte. Die meisten Medienunternehmen haben aber Nachholbedarf dabei, die Wünsche und Bedürfnisse der Digital Natives zu befriedigen. Ob die neue Nachfragewelle den Medienunternehmen zugute kommt, hängt davon ab, ob sie die veränderten Kundenbedürfnisse befriedigen können.

Große regionale und altersbedingte Unterschiede
Die Generation Hashtag umfasst bis zu 47 Prozent der Befragten in den Industriestaaten USA, Großbritannien, Frankreich, Schweden und Deutschland und 37 Prozent in den Wachstumsländern Russland, China, Indien, Brasilien und Südafrika. Deutschland liegt mit 38 Prozent an Digital Natives nur knapp über den Wachstumsländern und deutlich unter den anderen Industrienationen. Die größte Gruppe stellen die 15- bis 25-Jährigen, von denen fast jeder Dritte Musik und Printformate überwiegend digital konsumieren. Bei den Befragten über 55 sind es nur sechs bzw. elf Prozent. Schon 32 Prozent der über 55-Jährigen nutzen rein digitale Angebote bei Services wie Immobilieninformationen. Gerade in den Industrienationen gibt es eine große Akzeptanz zur Zahlung für digitale Inhalte. wischen 24 und 32 Prozent zahlen für Musik, Videos und Onlinespiele via Kreditkarte. Mit 37 Prozent ist die Zahlungsbereitschaft in Deutschland besonders hoch. Die Begründung ist der bessere Zugang zur Inhalten und komfortableren Nutzungsmöglichkeiten. Beim Datenschutz gibt es allerdings einen alarmierenden Trend, da die Konsumenten in den Industrienationen immer seltener persönliche Informationen preisgeben. In 2013 waren es noch 34 Prozent, in 2015 nur noch 24 Prozent. In 2014 waren in Deutschland noch 37 Prozent zur Übermittlung persönlicher Daten bereit, in 2015 waren es nur noch 27 Prozent.

Fünf Handlungsanweisungen für Medienunternehmen
Die größte Herausforderung für Medienunternehmen ist weiterhin das Geld verdienen mit den digitalen Inhalten. Mit werthaltigen Angeboten und neuen Bezahlstrukturen hat man das Rüstzeug für den Wettkampf um die Generation Hashtag. Bai & Company gibt fünf Handlungsanweisungen für Inhalteanbieter. Zunächst sollten digitale Inhalte ganz neu konzipiert werden anstatt die vorhandenen Produkte nur ans Internetzeitalter anzupassen. Schritt 2 ist die Sicherung der Verbreitungskanäle. Die Erfolgsformel, dass sich gute Inhalte immer verkaufen, stimmt nicht mehr. Durch die vielen Internetangebote, die um die Aufmerksamkeit der Konsumenten kämpfen, ist Erfolg nur dem beschieden, der seine genau definierte Zielgruppe im richtigen Kanal zur richtigen Zeit mit erwünschten Inhalten anspricht. Anstatt auf Reichweitendefinition und große Kundensegmentierung sollten Medienunternehmen auf die Entwicklung individueller Kundenprofile und die Erfolgsmessung des Return on Investment setzen. Die neuen Treiber für Direktmarketing und klassische Markenkampagnen werden Werbeformen, die sich kaum von redaktionellen Texten unterscheiden lassen. Das Kennen der Kunden und ihres favorisierten Kaufumfelds gewinnt immer mehr an Bedeutung. Es gilt Anreize zu schaffen, damit die Konsumenten ihre Daten herausgeben. Die global gestiegenen Ansprüche an die Datensicherheit dürfte gerade vertrauenswürdigen Marken der großen Medienunternehmen zugute kommen. Der letzte Schritt ist das Wachstum mit den Stars der digitalen Welt, sprich die Übernahme der Start-ups.

Quelle: http://bain.de/press/press-archive/jetzt-wie-die-generation-hashtag-denken.aspx

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