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Rückgang des Prämienvolumens für Kfz-Versicherer scheint nahezu sicher

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Das Prämienvolumen für Kfz-Versicherer wird sich in der Schaden- und Unfallversicherung von 2015 bis 2030 um 24,3 Milliarden verringern. Gründe hierfür sind ein verändertes Mobilitätsverhalten, die technologischen Neuerungen wie Fahrer-Assistenzsysteme, autonome Fahrzeuge und 3D-Drucker. Betrachtet man die dynamische technologische Entwicklung, lässt sich mit einem Rückgang des Kfz-Prämienvolumens um bis zu 45 Prozent rechnen. Für Autofahrer hingegen müssten die Policen günstiger werden, so das Ergebnis der KPMG Studie.

Versicherungen werden für die Autofahrer billiger
Auch wenn der technologische Fortschritt in Bezug auf die Automobilbranche ins Stocken geraten würde, dürfte das Volumen der Kfz-Prämien bis 2030 um ca. 15 Prozent zurückgehen und einen Wert von 20,6 Milliarden Euro nicht überschreiten. Steigt die technologische Entwicklung rasant an, wäre sogar mit einem Prämienrückgang um 50 Prozent zu rechnen. Positiv zu bewerten ist, dass voraussichtlich im selben Maß, in dem die Zahl der Unfälle und das Volumen der Prämien sinken, auch die Kosten für Kfz-Versicherungspolicen zurückgehen. Die Verluste bei den Prämien werden die Versicherer durch neue Angebote wie Cyperpolicen, Produkthaftung und Rückrufdeckungen ausgleichen können. Folge hiervon ist, dass ein neues Feld für Dienstleistungen entsteht, auf dem die Versicherer ihre Kernkompetenzen einbringen können. Faktoren wie neue Wettbewerber im Vertrieb und die Digitalisierung spielen für die Versicherer ebenfalls eine wichtige Rolle. Diese Prozesse verlaufen parallel und mit einer sehr hohen Dynamik. Dieser Umbruch wird in der Kfz-Versicherungsbranche zu grundlegenden Veränderungen führen. Zudem wird es einen extremen Prämienrückgang beinhalten, sodass eine signifikante Reduktion der Kosten nicht auszuschließen sein wird.

Kernthesen zu den Kfz-Versicherungen
Durch die Kfz-Fahrerassistenten und autonomes Fahren wird sich die Zahl der Kfz-Kollisionsschäden bis zum Jahr 2030 um bis zu 50 Prozent reduzieren. Die Kunden, die weiterhin eigene Fahrzeuge nutzen, können mit Prämiensenkungen rechnen. Viele Privatkunden werden ihre Fahrzeuge abmelden und die Fahrzeuge von Mobilitätsdienstleistern in Anspruch nehmen, sodass im Jahr 2030 bis zu 4,5 Millionen privat genutzte Fahrzeuge überflüssig sein werden. Moderne Produktionsverfahren werden beim Gütertransport zu einem sichtbaren Rückgang des Bedarfs an Transportkapazitäten auf längeren Strecken führen. Die meisten Waren in Zukunft vor Ort gedruckt und mit kleineren Transportern geliefert werden. Die herkömmlichen schweren LKWs entfallen dann, was zu einem Rückgang der Transporter auf den Straßen von bis zu 30 Prozent führen kann. Dies führt zunächst zu einer Reduzierung der anfallenden Schäden pro Fahrzeug und zu einem generellen Rückgang der gehaltenen Fahrzeuge. Bis 2030 könnten bis zu 45 Prozent der heutigen Kfz-Versicherungen entfallen. Die großen Verlierer werden Ausschließlichkeitsvertreter und Makler sein. Dominante Vertriebskanäle werden Vergleichsportale im Internet sein. In den nächsten Jahren werden das Design und die Funktionsweise von Kfz-Versicherungen eine starke Veränderung durchlaufen und als eigener Vertrag nicht mehr wahrnehmbar sein. Garantiezusagen und Bündelprodukte werden zu Massenprodukten auf dem Versicherungsmarkt werden.

Quelle: https://home.kpmg.com/de/de/home/newsroom/press-releases/2015/10/kpmg-analyse-kfz-versicher-muessen-mit-deutlichem-rueckgang-des-praemienvolumens-rechnen.html

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