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Little Boxes

Websiten gestalten mit CSS. Grundlagen.

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Little Boxes von Peter Müller

 

Es ist klein, gelb und hat ohne Umschlag gerade einmal 167 Seiten. Und dennoch ist das im Mai 2006 erschienene Grundlagen-Kompendium auf so kompakte Weise informativ, dass auch ein interessierter Laie die grundlegenden Ideen der Cascading Style Sheets im Nu versteht.

Peter Müller veranschaulicht in einer Reihe aufeinander aufbauender Kapitel das Zusammenspiel zwischen HTML und CSS,  vermeidet dabei aber komplizierte Beispiele. Leichte und klar gegliederte Code-Schnipsel - sowohl für HTML als auch für CSS - begleiten den Leser durch die Kapitel. Dabei deckt das Buch grundlegende Verständnisprobleme auf, die vielen Website-Designern selbst Jahre nach der ersten Implementierung von CSS noch Probleme bereitet haben dürften. Besonders  interessant ist in diesem Zusammenhang die signifikante Unterscheidung zwischen Inline- und Blockelementen sowie die  Kaskadierung verschiedener CSS-Elemente, die der Sprache "Cascading Style Sheets" den Namen eingebracht haben.

Erkenntnisse am laufenden "EM"
Zunehmend große Monitorauflösungen sorgen immer mehr dafür, dass Internetseiten älterer Bauart schlecht oder gar nicht  zu lesen sind. Diesem Problem widmet sich Peter Müller in einem eigenen Kapitel, in dem die klassischen pixelgenauen  Angaben durch die Einheit "EM" ersetzt werden und mit einer geschickt gesetzten Basisgröße multifunktional eingesetzt  werden können. Je nach Anwendungsgebiet einer Website ergeben sich so Vorteile, die gerade bei nicht normaler Schriftgrößeneinstellung1  im Browser ihre Stärken ausspielen. Durch die einfachen mathematischen Grundlagen dieses  Verfahrens lassen sich auch alte Webauftritte vergleichsweise unproblematisch umstellen.

Kleine Boxen ganz groß
Wenn man sich veranschaulicht, dass Internetseiten eigentlich nur aus einer Reihe gezielt angeordneter Kästchen  (Boxen) besteht, so ist es sinnoll, sich näher mit der "boxologie" [Wortschöpfung d. Redaktion] - der Lehre von den  Kästchen - zu befassen. Nicht dass Little Boxes den Leser (klein)kariertes Denken lehren möchte, vielmehr geht es darum, die Möglichkeiten eines Layouts aufgrund der verschiedenen und gleichfalls vielfältigen  Einstellungsmöglichkeiten zu beeinflussen. Um dies zu leisten, muss ein Webdesigner die Fülle der Variationen kennen  und einsetzen lernen. Ein eigens hierfür geschriebenes Kapitel zeigt auf, welche Einstellungen für das Layout von  Kästchen möglich sind und bereitet den Leser auf mögliche Probleme vor, die durch diverse Browserfehler entstehen können.

Fluss im Überfluss
Besonders hilfreich bei der Gestaltung von Internetseiten ist die Tatsache, dass ein Browser den interpretierten  HTML-Code nach einer ganz bestimmten Art und Weise darstellt. Der Fluss der HTML-Objekte ist wohl das Schwierigste,  was der Webdesigner lernen muss. Wenn die zu Grunde liegenden Prinzipien aber einmal bekannt sind, so ergeben sich  nahezu unbegrenzte Möglichkeiten. Anhand eingängiger Beispiele schafft Peter Müller ein grundlegendes Verständnis dieser Zusammenhänge.

"Dem Vater sein Kind"
Durch die Verschachtelung verschiedener HTML-Elemente entstehen bestimmte "verwandtschaftliche" Verhältnisse, die sich  maßgeblich auf die Vererbung von CSS-Einstellungen auswirken. Der sog. Dokumentbaum kennt in dieser Hinsicht Eltern-  und Kindelemente, die in ihrer individuellen Verschachtelung zueinander "kaskadierte Individuen" bilden und aufgrund  dieser Tatsache mit einfachen CSS-Selektoren formatiert werden können. Statt jedes einzelne HTML-Element einzeln zu  gestalten, stehen dem Layouter aufgrund seiner gewählten Verschachtelungstiefe konkrete zusammenhängende Elementgruppen  zur Verfügung, die trotz zum Teil identischer Namensgebungen in einzelnen Bereichen gezielt angesprochen werden können. Little Boxes vermittelt dieses Wissen auf schlagend einfache Art und Weise.

Fazit
Sowohl der interessierte Laie als auch der HTML-Profi wird in diesem Buch fündig. Die didaktische, klar gegliederte  und auf sich aufbauende Kapitelstrukturierung ermöglicht es dem Leser, das Buch flüssig von Anfang bis Ende zu lesen.  Die grundlegenden Ideen von CSS werden dabei so deutlich dargestellt, dass man voller Tatendrang seine eigene  Internetseite umgestalten möchte. Bleibt zu hoffen, dass die "Little Boxes" schnell erwachsen werden und uns als "Big  Boxes" weitere Anregungen bieten.

zu 1) Im Browser ist es möglich, die angezeigte Schriftgröße um bestimmte Faktoren herauf oder herunter zu setzen, um die Lesbarkeit an persönliche Bedürfnisse anzupassen. Im Internet Explorer findet sich diese Einstellung z.B. unter "Ansicht/Schriftgrad" und steht standardmäßig auf "Mittel". Websiten, bei denen die Schriftgrößen pixelgenau angegeben sind, werden jedoch nicht entsprechend angepaßt.

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